Wie ich die Aussies austrickse

Wir sind nun also wieder in Australien. Nach Wochen der absoluten Faulheit komme ich wieder in Schwung.

Was mich immer wieder verzweifeln lässt in diesem riesigen Land ist das Brot, bzw. das nicht existierende wirkliche Brot.

Es gibt Toastbrote in allen Variationen, süße Brote, krümelige Brötchen, Zeugs zum Aufbacken und was nicht alles. Alle haben eins gemeinsam. Man merkt es schon, wenn man es im Supermarkt aus dem Regal nimmt. Es ist federleicht, fluffig und besteht fast ausschließlich aus Weizen. Für uns, die wir die schweren, dunklen Roggenbrote gewöhnt sind, ist das Tünnef, was in die Kategorie „ungenießbar“ gehört.
Angeblich soll es auch richtiges Brot hier geben. Nunja, in Adelaide in der Markthalle gab es einen Bäcker, der verkaufte frisches Roggenbrot. Es war um Klassen besser als das Zeugs aus dem Supermarkt, aber nicht mal annähernd so gut wie es sein könnte. Außerdem wird hier alles als Roggenbrot verkauft, was auch nur einen Teelöffel davon intus hat. In Organic-Shops soll es auch gutes Brot geben. Nur, wie lange soll ich denn suchen, nach diesem speziellen Laden und wie weit soll ich denn fahren dafür?
Eine gründliche Befragung des Internets hat mich dann überzeugt, dass es einfacher ist, Brot selber zu backen, als sich hier auf die Suche zu machen und dann dennoch enttäuscht zu sein.
In Bundaberg gibt es ein Geschäft, in dem man unterschiedliche Mehlsorten kaufen kann. Die unterschiedlichen Sorten sind ordentlich in großen Plastikboxen aufgereiht und man schaufelt die gewünschte Menge in eine Tüte. Auch Roggenmehl gibt es dort. Man weiß zwar nicht, wie hoch der Vollkornanteil ist und man erfährt auch nichts darüber, wie fein das Mehl vermahlen ist, aber immerhin. Ich habe also erst mal eine große Tüte davon mitgenommen. Als nächstes habe ich dann meinen Sauerteig angesetzt. 5 Tage lang habe ich regelmäßig das Zeug gefüttert und gepflegt und es hat tatsächlich geklappt. Eine säuerlich blubbernde, klebrige Masse ist nun die Basis für mein Brot.
Wenn es klappt, dann kommt de Rest vom Sauerteig in den Kühlschrank und beim nächsten Brot geht es dann einfacher, weil man mit dem Rest Sauerteig den frischen Teig impft und nicht mehr diese 5 Tage zum Kultivieren braucht.
Mein frisch zubereiteter Teig muss nun zwei Stunden lang gehen, dann wird er durchgeknetet und erst nach einer weiteren Stunde kann gebacken werden.

Mein Brotteig muss nun zwei Stunden lang gehen.

Eine gute Beschreibung für das Backen von Roggenbrot oder Mischbrot findet man hier: https://www.sonachgefuehl.de

So sieht es nun aus, duftend und heiß, frisch aus dem Backofen. Was gibt es dazu? Käse und Bier? Wenn es nur halb so gut schmeckt wie es duftet, dann will ich zufrieden sein.

Nach mehr als 3 Stunden Ruhezeit und etwa 1 Stunde Backzeit

 

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